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Waisenhaus Sumy - Update Ukraine - 24.04.2024


Manche Situationen und Begegnungen, die wir auf unseren Hilfseinsätzen erleben, hinterlassen bei uns nachhaltige Eindrücke, die sich nur schwer in Worte fassen lassen. Heute möchten wir einen dieser prägnanten Momente mit euch teilen.


Im Ort Sumy, der nur knapp 30km von der russischen Grenze entfernt ist und seit den letzten zwei Jahren fast ununterbrochenen den Angriffen des russischen Militärs ausgesetzt ist, haben wir ein Waisenhaus für Kleinkinder besucht. Die Direktorin begrüßt uns mit müden Augen und einem Lächeln im Gesicht. Als sie uns ins Gebäude führt, erzählt sie uns, wie sie mit 130 Mitarbeitern, 40 Babies und Kleinkinder im Alter von nur wenigen Wochen bis 4 Jahren betreut. Als wir uns in den Räumen umsehen, stellen wir erschrocken fest, dass alle Zimmer still, leer und kalt sind. In dem Moment werden wir vom allgegenwärtigen Klang der Alarmsirenen aus unseren Gedanken gerissen.


Verwundert fragen wir uns, wo all die Menschen und Kinder sind, von denen die Direktorin gesprochen hat. Als sie uns eine Treppe hinunter in den Keller des Gebäudes führt, begreifen wir, dass sich das Leben der 130 Mitarbeitenden und der 40 Kinder hier abspielt. Es wirkt fast, als sein sie Gefangene in einem dunklen, fensterlosen Verließ, das eigentlich ein lebendiger und sicherer Zufluchtsort sein sollte, aber zu einer ständigen Erinnerung an die Brutalität des Krieges mutiert ist.


Beim Anblick dieser Kinder, die eng beieinander in ihren Betten schlafen, fragen wir uns, in welcher Art von Normalität sie hier inmitten der Schrecken des Krieges und beim Klang der Explosionen aufwachsen müssen. Das ist kein Schicksal, das ein Kind je erleiden sollte.


Immer wieder überraschen uns die Menschen und Mitarbeitenden, die sich trotz allem und ihrer begrenzten Ressourcen bemühen, mit viel Liebe und Hingabe eine sichere und einladende Umgebung für diese Kinder zu schaffen. In den Zeichnungen an den Wänden und den im Raum verteilten Spielzeugen sehen wir, den menschlichen Willen, der trotz all der widrigen Umstände an der Hoffnung festhält.


Dieses Waisenhaus ist nur ein Teil dessen, was sich während unserer Hilfseinsätze als eindrückliche Erlebnisse und Begegnungen in unseren Gedanken festsetzt und uns nicht nur in unserem Tun vorantreibt, sondern uns auch ermutigt darüber zu berichten. Wir arbeiten jeden Tag daran, Erleichterung und Hoffnung in Kriegs- und Katastrophengebiete zu bringen und glauben auch weiterhin fest an eine friedliche und würdevolle Zukunft für alle.


Eure Musketiere



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